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Online Monatsübungen abhalten

Philipp / FF Gurten

Kontaktbeschränkungen

Leider zwingen uns die vorherrschenden Kontaktbeschränkungen noch immer dazu die Monatsübungen online abzuhalten – ohne persönliche Zusammenkünfte (Stand OÖ, 18.01.2021) und aktuell auch noch ohne absehbarem Ende.

Wir bieten euch hier ein wenig Input in Form unseres Berichts für mögliche Problemstellungen und Erfahrungen aus der Umsetzung. Postet oder verlinkt gerne eure Erfahrungen mittels Kommentarfunktion unter den Beitrag und wir werden diese Erfahrungen bei Zeit in den Beitrag einarbeiten.


Welche Pattformen bieten sich an?

Prinzipiell gibt es viele Möglichkeiten, neben kostenpflichtigen gibt es ebenso freie Software die gut funktionieren kann. Mit Microsoft Teams, Webex, Skype, Zoom, … seien nur einige genannt. Dennoch bietet meist ein kostenpflichtiges Paket bessere, stabilere und mehr Möglichkeiten. Ein Beispiel sei hierfür nur Slack. Diese Plattform bietet eine kostenlose und eine kostenpflichtige Version an. Zum Stand des Berichts ist jedoch die Basic Version für Einsatzkräfte wie Feuerwehren kostenlos verfügbar.

Bevor man jedoch sich zum Kauf einer Software entscheidet, ist es durchaus sinnvoll sich im eigen Umfeld umzuhören, wer im Betrieb beispielsweise gute und schlechte Erfahrungen gemacht hat.

 

Dauer einer Online-Monatsübung

Erfahrungsgemäß dauert eine Monatsübung meist zwischen 1,5h und 2h – exklusive dem kameradschaftlichen Teil. Für eine Onlineübung spricht man hier aber bereits von viel zu lange. Lediglich von Studenten und Schülern wird man erwarten können, entsprechend lange Aufmerksamkeitsspannen aufbauen zu können – wobei man sich auch hier nicht das goldene vom Ei erwarten darf.

30 bis 40 Minuten sind hier optimale Größen, entsprechend kompakt sollte ein Thema gewählt werden. So soll man bei 30 Minuten, maximal 20 Minuten eigene Redezeit einplanen. Der Rest darf für Interaktionen reserviert bleiben.

 

Übung oder Schulung?

Klar ist, eine Onlineveranstaltung kann niemals eine „hands on“ Übung ersetzten, dennoch ist sie besser als nichts.

Wichtig ist allenfalls die Interaktion zwischen Vortragenden und Zuhörern, um die Aufmerksamkeit zu erhalten und die Teilnehmer mitzunehmen.

Hierfür gibt es folgende Möglichkeiten:

  • Quiz – Einbau von kurzen Fragen – je nach Thema, kann dieses bereits vor dem Vortrag oder in der Mitte zur Auflockerung helfen – am Ende hat dieses meist weniger Erfolg, da es mehr als Prüfung verstanden wird
  • Mut zur Lücke – bewusst Lücken im Vortrag schaffen, wo die Teilnehmer entsprechend mit Wortmeldungen ergänzen können
  • Offene Fragen stellen, wie Schätzfragen – und zur Antwort im Chat anregen
  • Hausübungen

Auch hier gibt es teils eigene Onlineapplikationen die sich gut in den Vortrag einarbeiten lassen. Bei uns hat sich jedoch (15-20 Personen) die Methode mit dem Chat bewährt. Fragen sind entweder in der Folie dargestellt, mit Antwortnummerierung oder die Antwort auf die Frage ist nur eine Zahl, oder ein Wort – niemals ganze Sätze!

 

Hausübungen?

Das ist vielleicht mit einem Fragezeichen aufnehmbar, aber so haben wir beispielsweise eine Übung zum Thema „Alternative Antriebe“ gestaltet. Hier hatte jeder Teilnehmer die Aufgabe, sich eine App zu organisieren, mit der man Rettungskarten für Fahrzeuge öffnen kann und am eigenen Auto mittels App die entsprechenden Gefahrensymbole zuordnen und die Gefahren identifizieren musste.

Sowas darf jedoch keinesfalls als Quälerei aufgefasst werden und sollte niemals länger als die Übung selbst dauern.

 

Welche Themen passen/ welche nicht?

Es gibt definitiv Themen die perfekt passen, und welche die keinesfalls passen. Vor allem Übungen, wo die Arbeit gefragt ist um Erfahrungen zu sammeln eignen sich schlecht für eine Onlineübung – dennoch ist alles mit der entsprechenden Vorbereitung möglich.

Folgendes ist nur eine grobe Bewertung und hat nicht Pauschalcharakter!

Passend:

  • Funkübungen
  • Gefahrgut
  • Stabsspiele
  • Atemschutzaußenüberwachung
  • Schulungsthemen allgemein

Passen nicht:

  • Maschinistenübungen – wie bediene ich eine Pumpe, Schneeketten anlegen, …
  • Erste Hilfe Übungen (Praktischer Teil erfordert Kontrolle)
  • Atemschutzübung
  • Strahlrohrtraining
  • MRAS Übungen (=Menschenrettung und Absturzsicherung)

Ein guter Filter, was passt und was nicht passt, bietet sich durch die Themen selbst an. Brauche ich irgendwo viel Anschauungsmaterial (Bilder, oder was zum Angreifen)? Gibt es irgendwo mehr zu erzählen als zu erfahren?

Wichtig ist auch nicht zu weit auszuschweifen. Ein Thema reicht völlig aus. Ich muss nicht: Gefahrgut, Brandschutz, und Absichern der Einsatzstelle in einen Vortrag packen, auch wenn ich das vielleicht bei einer Übung gut kann. Es ist besser ein Thema im Detail genau zu betrachten, oder den Gesamteinsatz und die Themen dafür nur oberflächlich behandeln.

 

Wie lange dauert die Vorbereitung eines Vortrags?

Hat man erstmals sein Thema gefunden, geht’s an die Vorbereitung. Wie lange diese dauert, hängt sehr stark davon ab wie gut man als Vortragender bereits mit der Thematik vertraut ist und ob es bereits passende Unterlagen, wie eine Präsentation gibt. Dennoch wissen die Teilnehmer eine besonders gute Vorbereitung zu schätzen und wahrscheinlich ist aufgrund der Neuheit dieses Vortragsmediums bei uns in den Reihen der Feuerwehr gute Vorbereitung unerlässlich, um auch beim Nächsten Mal genug Mitglieder motivieren zu können.

Als Faustregel kann man jedoch für einen 30 Minuten Vortrag wo zu beginn keine Unterlagen vorhanden sind, zwischen 4 und 8h Vorbereitungszeit kalkulieren.

 

Wo bekomme ich Inhalte?

Beste Anlaufquelle ist natürlich die Online Suchmaschine, wie beispielsweise Google: Anschließend die Links öffnen, die mit Dateien wie pptx oder pdf enden. Hier findet man oft vollständige Vorträge zu seinem Thema die man beliebig auf die eigene Feuerwehr anpassen kann.

Weitere hervorragende Quellen sind die Homepages der Landesfeuerwehrverbände bzw Landesfeuerwehrschulen.

Beispielsweise genannt sei nur das Heft 122, die Wissensdatenbank des ÖBFV oder die Unterlagen der Truppführerausbildung des OÖLFV.

 

Was kommt besonders gut an?

  • Kompakte Zusammenfassung am Schluss des Thema auf einer Seite
  • Eingehen darauf welche eigenen Mittel man in der Feuerwehr hat, um Problemstellungen zu lösen (z.B. welche Löschmittel sind verfügbar und wo im Fahrzeug)
  • Fotos aus vergangenen eigenen Übungen/ Einsätzen, wo z.B. beim Behandelten Thema richtig gehandelt wurde oder grobe Fehler passiert sind

 

Weitere Tipps

  • Die Teilnehmer bewusst nach Feedback fragen – was hat ihnen gefallen, würden sie sich wo mehr wünschen, war die Dauer okay?
  • Verwendung von 2 Rechnern – 1x für den Vortrag
  • 1x zum Lesen des Chats, kontrollieren ob jemand die Hand gehoben hat, und kontrollieren des Vortragsbilds (auch Handy möglich)
  • Veranstaltung bereits 15 Minuten vor Beginn verschalten
  • Bei z.B. WEBEX – bereits beim Erstellen der Veranstaltung, den Beitrittston abschalten.
  • Anregungen schaffen – wie am Ende folgen noch Infos des Kommandanten
  • Vortrag an die Mitglieder am Ende via PDF verteilen – so dass niemand während dem Vortrag Screenshots erstellen muss, oder mitschreiben muss
  • NICHT auf den kameradschaftlichen Teil verzichten – anbieten, nach dem Vortrag noch für eine gemütliche Runde zusammenzubleiben

Eure Erfahrungen sind gefragt!

Schwierigkeit Mittel

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